Bedingt durch die Corona-Krise führten die Freien Wähler Mitterteich mit einer halbjährlichen Verspätung ihre Generalversammlung 2021 mit Neuwahlen durch.
Dazu konnte Vorsitzender Ernst Bayer 20 der 43 Mitglieder begrüßen. Bayer stellte fest, dass seit der letzten Wahl 2018 ein Mitgliederzuwachs von 20 % zu verzeichnen ist. Neben den Mitterteicher Teilnehmern konnte auch Kreisvorsitzender Bernhard Schmidt begrüßt werden.
Beim Totengedenken erinnerte Bayer an den während der Corona-Krise verstorbenen Helmut Triebe. Triebe war langjähriger Stadtrat der Freien Wähler und hob Ende der 80er Jahre als Jugendbeauftragter das heute noch beliebte Ferienprogramm aus der Taufe.
Nun kam Bayer zu seinem Tätigkeitsbericht seit der letzten Wahl. Vor "Corona" konnten noch verschiedene Aktivitäten verzeichnet werden wie Firmenbesuche, Teilnahme am Ferienprogramm und Gartenfeste. Der wichtigste Punkt in seinen Ausführungen waren allerdings die Kommunalwahlen 2020. Die Freien Wähler stellten mit Bernhard Thoma einen Bürgermeisterkandidaten und konnten auch ihre vier Stadtratssitze halten, während CSU und SPD ein bzw. mehrere Mandate verloren. Zur Wählergemeinschaft "Zukunft Stadt Mitterteich" meinte Bayer: „Glücklich waren wir nicht gerade über die neuen Mitbewerber, aber so, wie Hans Brandl bei den SPD-Neuwahlen über diese Gemeinschaft sprach, finde ich das politisch nicht fair. Denn zunächst einmal steht es in einer Demokratie jedem zu, eine Wählergruppe zu bilden und sich zur Wahl zu stellen. Dass die "Zukunft“ durch Polarisierung und populistische Meinungsbildung Wähler anzog, kann ich nicht akzeptieren. Wenn Herr Brandl weiterhin sagt, dass diese Gruppierung unzufriedene Wähler auf ihre Seite zog, dann muss ich doch zu bedenken geben, dass diese Bürger wahrscheinlich mit unserer Politik- nämlich den drei Fraktionen im damaligen Stadtrat- nicht zufrieden waren. Das heißt: Wir müssen uns erst selbst mal fragen, was wir falsch gemacht haben, dass die Bürger unzufrieden waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Mitterteich 20% Protestwähler gab. Zum Dritten darf ich noch erwähnen, dass sich damals bei der Wasserergänzungsabgabe Herr Brandl ganz schnell auf die Seite von Heribert Hegen schlug, als dieser die Abgabe nur über den Wasserpreis hereinholen wollte. Das war allerdings kein Populismus? Wir, die Freien Wähler, sind bei unserer 50:50 Verteilung geblieben. 50% Ergänzungsabgabe, 50% durch Wasserpreiserhöhung geblieben.“
Bayer schloss mit den Worten: „Das war mein letzte Tätigkeitsbericht, da ich für eine Neuwahl zum 1. Vorsitzenden nicht mehr zur Verfügung stehe. Bevor ich aber endgültig abtrete, darf ich unseren langjährigen Schriftführer Harald Kilian verabschieden, der sich auch nicht mehr zur Wahl stellt.“ Zu Kilian gewandt meinte Bayer: „Lieber Harald, herzlichen Dank für Deine langjährige Tätigkeit. Du warst nicht nur Schriftführer, sondern hast uns auch mit Deinem Computerwissen immer wieder unterstützt." Als Dankeschön überreichte Bayer ein Präsent.
Es folgte der Bericht des Fraktionssprechers Bernhard Thoma. Zur politischen Situation im Stadtrat meinte er: „Allzuviel hat sich nicht geändert, denn die SPD steht voll hinter der CSU." Dann ging Thoma noch auf die verschiedenen Großprojekte der Stadt ein, wie Grundschule mit Kinderhort, Sanierung des Alten Rathauses, Sanierung der Eishalle, Bau eines dritten Kindergartens usw.
In seinem Kassenbericht stellte Kassier Friedrich Bergmann die finanzielle Lage der Freien Wähler als recht ordentlich da. Im Namen der Kassenprüfer bescheinigte Sonja Gleißner dem Kassier ein sorgfältige Kassenführung. Sie stellte dann den Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft. Dieser wurde einstimmig angenommen.
Nun erfolgten die Neuwahlen. Das Ergebnis war immer einstimmig: 1. Vorsitzender: Klaus Schuller, 2. Vorsitzende: Sonja Gleißner, Kassier: Friedrich Bergmann, Schriftführer: Ernst Bayer. Bei der Arbeit mit den neuen Medien werden Natalie Wölfl und Harald Kilian den Schriftführer unterstützen. Rechnungsprüfer: Nicole Schuller, Walter Siller, Beisitzer: Anja Dubrowski, Max Bleistein, Michael Zintl, Thomas Beer.
Nun ergriff Kreisvorsitzender Bernhard Schmidt das Wort. Er sprach zunächst Grußworte und ging dann auf die Kreispolitik ein. Hier standen natürlich die Kliniken Nordoberpfalz im Blickpunkt. Man hat jetzt einen neuen Vorstand berufen und hofft damit, dass wieder Ruhe in das Krankenhauswesen eintritt. Auf Nachfrage sagte Schmidt: „ Die Krankenhäuser müssen natürlich in kommunaler Hand bleiben." Ein weiteres Thema war die Realschule Kemnath, die den Kreishaushalt natürlich sehr belastet. Da Schmidt auch im Landesvorstand tätig ist, wusste er davon einiges Interessante zu berichten.
Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich der neue Vorsitzende Klaus Schuller für seine Wahl. Dann meinte er: „ Meine Schwerpunkte für die Zukunft werden in der Mitgliederwerbung und im vermehrten Einsatz der sozialen Medien stehen.“ Damit beschloss er die Versammlung.